Das Fraunhofer IPA bietet KMU und Start-ups im Rahmen des Forschungsprojekts KIRR kostenlose “Legal Quick Checks” an, um ihre KI-Anwendungen auf Konformität mit dem seit 2024 geltenden EU AI Act und der ab 2027 geltenden Maschinenverordnung zu prüfen. Gerade kleinere Unternehmen sind mit den Anforderungen des EU AI Act und der neuen Maschinenverordnung häufig überfordert. Wer KI-Systeme einsetzt, muss deren Dokumentation regelkonform gestalten, sonst drohen rechtliche Risiken. Die kostenlosen Quick Checks des Fraunhofer IPA senken die Einstiegshürde für KMU spürbar. Das Fraunhofer IPA bietet dazu Online-Seminare an, zuletzt am 20. März 2025 und erneut am 23. September 2025, jeweils mit konkreten Handlungsempfehlungen zur rechtskonformen KI-Entwicklung.
EU AI Act: Was Konformität KMU und Mittelstand kostet – Budgets, Fördermittel und aktuelle Fristen 2025
Seit 2024 gilt die EU-KI-Verordnung (EU AI Act) verbindlich. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie den Mittelstand steigt damit der Druck, KI-Anwendungen rechtskonform zu gestalten – ohne dass dafür dieselben Ressourcen wie in Großkonzernen zur Verfügung stehen. Ab 2027 kommt mit der neuen Maschinenverordnung eine weitere Regulierungsschicht hinzu.
Was die Konformität konkret erfordert
Für KMU ist zunächst die Einordnung ihrer KI-Systeme in die Risikoklassen des EU AI Act entscheidend. KI-Anwendungen, die etwa Objekte greifen, Personen im Maschinenumfeld erkennen oder datenbasierte Entscheidungen treffen, fallen je nach Kontext möglicherweise in die Hochrisiko-Kategorie. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) untersucht im Rahmen des Forschungsprojekts KIRR real eingereichte KI-Use-Cases über sogenannte „Legal Quick Checks“. Unternehmen reichen ihre Anwendungsfälle ein und erhalten eine detaillierte Rückmeldung, ob die vorhandene Dokumentation die Anforderungen von EU AI Act und Maschinenverordnung erfüllt.
Gerade Start-ups und KMU treibt die Unsicherheit um, welche Dokumentations-, Transparenz- und Sicherheitsnachweise konkret notwendig sind. Der Fraunhofer-IPA-Service adressiert genau diese Lücke: Ergebnisse werden zusätzlich anonymisiert veröffentlicht, sodass auch andere Unternehmen von den Erkenntnissen profitieren.
Online-Seminare des Fraunhofer IPA zu diesem Thema fanden am 20. März 2025 statt (55 Minuten) und sind erneut für den 23. September 2025 (60 Minuten) geplant.
Vier praktische Implikationen für Entscheider
1. Bestandsaufnahme vor Budget-Entscheidung Bevor Unternehmen Compliance-Budgets festsetzen, müssen sie ihre KI-Systeme vollständig erfassen und klassifizieren. Werkzeuge wie der Fraunhofer-Legal-Quick-Check oder die Risikoklassifizierungs-Systematik des EU AI Act helfen dabei, tatsächliche Pflichten von überdimensioniertem Aufwand zu trennen. Ohne diese Vorarbeit können Budgetschätzungen deutlich zu hoch oder zu niedrig ausfallen.
2. Fristen kennen und Prioritäten setzen Die Compliance-Roadmap des EU AI Act mit ihren gestaffelten Fristen bis 2026 zeigt: Nicht alle Anforderungen gelten gleichzeitig. KMU sollten prioritär prüfen, ob ihre Anwendungen unter verbotene Praktiken oder die Hochrisiko-Kategorie fallen. Die Maschinenverordnung tritt erst ab 2027 in Kraft, verschärft aber für industriell eingesetzte KI-Systeme die Anforderungen zusätzlich.
3. Externe Förderprogramme und kostenlose Angebote nutzen Der Fraunhofer-Legal-Quick-Check ist für einreichende Unternehmen kostenlos. Für weitergehende Compliance-Investitionen gibt es öffentliche Unterstützungsangebote, etwa über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und BMWI-Förderprogramme. Zusätzlich bieten spezifische Finanzierungsmodelle für KI im Mittelstand 2025 weitere Ansätze zur Kostenabfederung.
4. Fachliche Wissenslücken gezielt schließen Das im heise shop verfügbare Fachbuch „Regulierung von Künstlicher Intelligenz in der EU“ von Jordan Pötsch und Rainer Bernnat (Springer Vieweg, 39,99 Euro als E-Book, sofort verfügbar) richtet sich explizit an Führungskräfte, CISOs und Cybersecurity-Experten. Es verbindet theoretisches Wissen über den EU AI Act mit konkreten Handlungsempfehlungen und einer Systematik zur Erfassung KI-relevanter Gesetze und Standards. Für Unternehmen ohne dedizierte Rechts- oder Compliance-Abteilung kann dieses Format ein kosteneffizienter Einstieg sein, bevor externe Beratungskosten entstehen.
Einordnung
Die Kombination aus kostenlosen Prüfangeboten durch Forschungseinrichtungen, gestaffelten gesetzlichen Fristen und verfügbaren Fachpublikationen eröffnet KMU einen strukturierten Einstieg in die EU-AI-Act-Konformität. Entscheider sollten allerdings beachten: Die Anforderungen steigen mit der Risikostufe der eingesetzten KI deutlich, und die Dokumentationspflichten für Hochrisiko-Systeme sind substanziell. Eine frühzeitige Prüfung durch etablierte Instanzen wie das Fraunhofer IPA kann spätere Nachbesserungskosten erheblich reduzieren.
Weiterführende Informationen zur BSI-Seite der KI-Sicherheitsanforderungen bietet der Artikel zu den BSI-Richtlinien 2025 für KI-Evaluierung und Monitoring im Mittelstand. Zur Einordnung der KI-Budgetplanung im Mittelstand für Pilotphasen und Skalierung empfiehlt sich ergänzende Lektüre.
Quellen
- EU AI Act: Mit Legal Quick Checks optimal vorbereitet auf die neuen Anforderungen – Online Seminar 20. März 2025 (Fraunhofer IPA)
- EU AI Act: Mit Legal Quick Checks optimal vorbereitet auf die neuen Anforderungen – Online Seminar 23. September 2025 (Fraunhofer IPA)
- Regulierung von Künstlicher Intelligenz in der EU (heise shop / Springer Vieweg, Jordan Pötsch & Rainer Bernnat, 39,99 €)
Häufige Fragen
Was ist der EU AI Act und ab wann gilt er für KMU und Start-ups?
Der EU AI Act ist die seit 2024 geltende KI-Verordnung der Europäischen Union. Sie legt rechtliche Anforderungen an die Entwicklung und den Einsatz von KI-Systemen fest. Für KMU und Start-ups ist besonders relevant, dass ab 2027 zusätzlich die neue Maschinenverordnung in Kraft tritt, die KI-Anwendungen im industriellen und maschinellen Umfeld weiter reguliert. Gerade kleinere Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, zwei ineinandergreifende Regelwerke gleichzeitig zu erfüllen.
Welche konkreten Unsicherheiten haben KMU beim Umgang mit dem EU AI Act?
Laut dem Fraunhofer IPA besteht bei Start-ups und KMU erhebliche Unsicherheit darüber, wie KI-basierte Anwendungen rechtskonform und sicher umsetzbar sind. Dies betrifft sowohl die Dokumentationsanforderungen als auch die technische Ausgestaltung von KI-Systemen, etwa in der Produktion oder im Dienstleistungsbereich. Viele Unternehmen wissen nicht, ob ihre bestehende Dokumentation die Anforderungen des AI Acts bereits erfüllt.
Gibt es kostenfreie Unterstützungsangebote, mit denen KMU ihre KI-Anwendungen auf Konformität prüfen lassen können?
Ja. Das Forschungsprojekt KIRR, das die baden-württembergische Wirtschaft beim rechtskonformen KI-Einsatz unterstützt, bietet Unternehmen kostenlose sogenannte Legal Quick Checks an. Dabei werden real eingereichte KI-Use-Cases daraufhin untersucht, inwieweit die vorhandene Dokumentation die Anforderungen des EU AI Acts und der Maschinenverordnung erfüllt. Die anonymisiert veröffentlichten Ergebnisse kommen zudem der Branche insgesamt zugute. Das Fraunhofer IPA veranstaltet dazu begleitende Online-Seminare, etwa am 20. März 2025 sowie am 23. September 2025.
Welche Fachressourcen helfen Führungskräften und CISOs, den EU AI Act strukturiert umzusetzen?
Im heise shop ist das E-Book ‘Regulierung von Künstlicher Intelligenz in der EU’ von Jordan Pötsch und Rainer Bernnat (Springer Vieweg) für 39,99 Euro digital erhältlich. Das Werk richtet sich explizit an Führungskräfte, CISOs und Cybersecurity-Experten und verbindet theoretisches Wissen mit praxisorientierten Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des EU AI Acts. Es umfasst eine Systematik zur strukturierten Erfassung und Bewertung KI-relevanter Gesetze und Standards.
Welche KI-Anwendungsfelder in KMU sind besonders häufig von den neuen Regelwerken betroffen?
Laut Fraunhofer IPA zählen zu den typischen KI-Anwendungsfällen in KMU unter anderem das automatisierte Greifen von Objekten, datenbasierte Entscheidungssysteme sowie die Personenerkennung im Arbeitsraum von Maschinen. Diese Szenarien finden sich sowohl im Produktionsumfeld als auch im Dienstleistungsgewerbe und sind damit direkt von den Anforderungen des EU AI Acts sowie der ab 2027 geltenden Maschinenverordnung betroffen.
Dieser Artikel wurde von einem KI-System automatisiert erstellt. Kennzeichnung gemäß Art. 50 der EU-KI-Verordnung.




