Fraunhofer-Studie: KI-Anwendungen in der Sachbearbeitung können handwerkliche KMU in Deutschland gezielt entlasten und trotz Fachkräftemangel effizientere Betriebsabläufe ermöglichen. Handwerksbetriebe arbeiten unter hohem Auslastungsdruck und leiden unter anhaltendem Fachkräftemangel. Laut dem Fraunhofer-Verbundprojekt SmartAIwork kann KI in der Sachbearbeitung administrative Aufgaben automatisieren und so Kapazitäten für die handwerkliche Kernarbeit freisetzen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass strukturelle Besonderheiten kleiner Betriebe die KI-Einführung erschweren. Für Entscheider im Handwerk ist das ein klares Signal: Der Einstieg in KI-gestützte Prozesse erfordert branchenspezifische Lösungen.
KI im Handwerk: Wie Betriebe Kundenakquisition und Projektmanagement automatisieren
Handwerkliche Kleinstbetriebe und KMU stehen vor einem strukturellen Dilemma: Fachkräftemangel und hohes Tagesgeschäftsvolumen lassen kaum Kapazitäten für administrative Aufgaben. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts „SmartAIwork“ bietet der Einsatz von KI-Anwendungen in der Sachbearbeitung jedoch konkretes Potenzial zur Arbeitsentlastung und kann effizientere Abläufe ermöglichen, die mehr Zeit für handwerkliche Kernaufgaben schaffen.
Was die Studie zeigt
Die Fraunhofer-Untersuchung „Künstliche Intelligenz im Handwerk“ ist Band 5 der Studienreihe „Automatisierung und Unterstützung in der Sachbearbeitung mit Künstlicher Intelligenz“. Sie analysiert den aktuellen Stand der Digitalisierung und KI-Verbreitung in handwerklichen KMU und benennt strukturelle Hürden, die diese Betriebe bei der KI-Einführung von größeren Unternehmen unterscheiden.
Demnach sind es vor allem Bereiche der Sachbearbeitung, also Angebotserstellung, Auftragsabwicklung und Kundenkommunikation, in denen KI-Systeme entlastend wirken können. Gleichzeitig stellt die Studie fest, dass handwerkliche Betriebe aufgrund ihrer spezifischen Betriebsstruktur vor besonderen Herausforderungen stehen, wenn sie KI-Lösungen einführen wollen.
Praktische Implikationen für Handwerksbetriebe
1. Kundenakquisition: Automatisierte Erstkommunikation als Kapazitätspuffer
Gerade bei hoher Auslastung bleibt die Bearbeitung von Kundenanfragen oft liegen. KI-gestützte Chatbots oder automatisierte E-Mail-Systeme können eingehende Anfragen vorqualifizieren, Terminvorschläge unterbreiten und Standardinformationen bereitstellen, ohne dass sofort menschliche Kapazität gebunden wird. Dies setzt keine vollständige Digitaltransformation voraus, sondern lässt sich als Einzellösung integrieren.
2. Angebotserstellung und Projektmanagement: Weniger Routineaufwand
Wiederkehrende Dokumente wie Angebote, Auftragsbestätigungen oder Projektpläne lassen sich mit KI-Unterstützung auf Basis vorhandener Stammdaten weitgehend automatisiert erstellen. Laut Fraunhofer-Studie liegt hier ein wesentliches Entlastungspotenzial, das direkt in verfügbare Zeit für die handwerkliche Kerntätigkeit überführt werden kann.
3. Strukturelle Hürden ernst nehmen
Die Studie betont ausdrücklich, dass handwerkliche KMU bei der KI-Einführung vor besonderen strukturellen Herausforderungen stehen. Kleinbetriebe verfügen häufig weder über dedizierte IT-Abteilungen noch über ausreichend digitalisierte Prozesse als Grundlage für KI-Systeme. Entscheider sollten daher zunächst die Digitalisierung grundlegender Abläufe priorisieren, bevor KI-Lösungen aufgesetzt werden.
4. Einstiegspunkt Sachbearbeitung statt Produktion
Anders als in der industriellen Fertigung empfiehlt sich im Handwerk der KI-Einstieg nicht primär auf der Produktionsebene, sondern in der Verwaltung und Sachbearbeitung. Dieser Ansatz erfordert geringere Investitionen in Hardware und lässt sich schrittweise skalieren.
Einordnung
Die Ergebnisse der Fraunhofer-Studie liefern eine empirische Grundlage für strategische Entscheidungen, ersetzen aber keine betriebsindividuelle Analyse. Wie stark KI-Anwendungen tatsächlich entlasten, hängt vom jeweiligen Digitalisierungsgrad, der Betriebsgröße und den eingesetzten Tools ab. Direkte Kausalzusammenhänge zwischen KI-Einsatz und messbaren Produktivitätssteigerungen weist die Studie nicht quantifiziert aus.
Für Handwerksbetriebe, die einen strukturierten Einstieg in KI-gestützte Prozesse suchen, bietet die Plattform ecompanion.ai praxisorientierte Orientierung zu konkreten Anwendungsfällen.
Quellen
- Fraunhofer-Institut: Künstliche Intelligenz im Handwerk – Band 5 der Studienreihe „Automatisierung und Unterstützung in der Sachbearbeitung mit Künstlicher Intelligenz“, BMBF-Verbundprojekt SmartAIwork
- Fraunhofer Publica (Detailansicht): Künstliche Intelligenz im Handwerk
- Fraunhofer Publica (Handle): Künstliche Intelligenz im Handwerk
Häufige Fragen
Welchen konkreten Nutzen bringt der KI-Einsatz für Handwerksbetriebe im Tagesgeschäft?
Laut einer Fraunhofer-Studie im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts SmartAIwork kann KI in der Sachbearbeitung zur Arbeitsentlastung beitragen und durch effizientere Abläufe mehr Zeit für die handwerkliche Kernaufgabe schaffen. Gerade bei hoher Auslastung und knappen Personalressourcen lassen sich administrative Aufgaben wie Kundenanfragen oder Projektdokumentation teilweise automatisieren.
Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Handwerksbetriebe bei der Einführung von KI?
Die Fraunhofer-Studie zu KI im Handwerk hält fest, dass Handwerksbetriebe aufgrund ihrer typischen Betriebsstruktur vor spezifischen Hürden bei der KI-Einführung stehen. Dazu zählen unter anderem geringe IT-Ressourcen, fehlende Fachkenntnisse sowie die hohe Auslastung im laufenden Betrieb, die kaum Kapazitäten für die Einführung neuer Systeme lässt.
Ist der Fachkräftemangel ein Treiber für den KI-Einsatz im Handwerk?
Ja. Die im Rahmen von SmartAIwork erstellte Fraunhofer-Studie nennt den Fachkräftemangel ausdrücklich als einen zentralen Grund, weshalb KI-Anwendungen für handwerkliche KMU an Bedeutung gewinnen. Wenn qualifiziertes Personal fehlt, kann die Automatisierung von Sachbearbeitungsaufgaben dazu beitragen, den verbleibenden Mitarbeitern Kapazitäten für die eigentliche Facharbeit freizuhalten.
Für welche Bereiche im Handwerksbetrieb eignen sich KI-Anwendungen besonders?
Gemäß der Fraunhofer-Studie liegt der belegte Schwerpunkt auf der Sachbearbeitung, also Büro- und Verwaltungsaufgaben. Dazu können die Bearbeitung von Kundenanfragen, die Terminplanung und die Projektdokumentation zählen. Die Studie ist Teil einer Reihe, die sich gezielt mit der Automatisierung und Unterstützung in der Sachbearbeitung durch KI befasst.
Wie weit verbreitet ist die Nutzung von KI in handwerklichen KMU aktuell?
Die Fraunhofer-Studie gibt einen Überblick über den Stand und die aktuelle Verbreitung von Digitalisierung und KI in handwerklichen KMU in Deutschland. Sie stellt fest, dass das Potenzial zwar groß ist, die tatsächliche Verbreitung jedoch aufgrund struktureller Besonderheiten der Betriebe noch begrenzt ist. Konkrete Verbreitungszahlen aus dieser Quelle liegen nicht vor.




