Die EU richtet drei neue Akademien für digitale Kompetenzen in den Bereichen KI, Quantentechnologien und virtuelle Welten ein, um den kritischen Fachkräftemangel in digitalen Schlüsselbereichen zu bekämpfen. Für das deutsche Handwerk verschärft der Mangel an digitalen Fachkräften einen bereits bestehenden Engpass. Laut Fraunhofer IML verursachen analoge Prozesse und fragmentierte Softwarelösungen im Handwerk erhebliche Doppelarbeit und Zeitverluste. Die neuen EU-Akademien sollen Qualifikationslücken identifizieren und koordinierte Ausbildungsprogramme schaffen. Betriebe, die frühzeitig auf digitale Auftragsabwicklung und KI-gestützte Automatisierung setzen, sichern sich Wettbewerbsvorteile im Fachkräftemarkt.
KI-Fachkräftemangel im Handwerk: Digitale Kompetenzlücken, Ausbildungspartnerschaften und Automatisierungspotenziale 2025
Der Mangel an digital qualifizierten Fachkräften trifft das Handwerk besonders hart: Während die Europäische Kommission drei neue Akademien für digitale Kompetenzen einrichtet, um den Fachkräftemangel in KI, Quantentechnologien und virtuellen Welten EU-weit zu adressieren, kämpfen Handwerksbetriebe gleichzeitig damit, bestehende Abläufe überhaupt erst zu digitalisieren.
Europäische Kommission setzt auf koordinierte Ausbildungsstruktur
Die Europäische Kommission hat angekündigt, drei neue Akademien für digitale Kompetenzen zu gründen: für Quantentechnologien, für künstliche Intelligenz und für virtuelle Welten. Sie ergänzen die bereits bestehende Akademie für Cybersicherheitskompetenzen. Laut Kommission sollen die Akademien Qualifikationslücken identifizieren, Bildungs- und Ausbildungsprogramme entwickeln sowie Ökosysteme für den Wissenstransfer aufbauen. Die Initiative ist Teil des Aktionsplans für Wettbewerbsfähigkeit und des Programms “KI-Kontinent”.
Parallel dazu fanden im Oktober 2025 die EU-Tage für digitale Talente in Dublin statt. An der Trinity Business School trafen politische Entscheidungsträger, Branchenführer und Bildungsexperten zusammen, um Strategien zu entwickeln, wie Europa digitale Fachkräfte gewinnen, ausbilden und halten kann. Die Veranstaltung fand parallel zum Europäischen Monat der KI-Innovation statt und wurde von LEADSx2030 und Connecting Women in Digital gemeinsam mit der Europäischen Kommission organisiert.
Handwerk: Digitalisierungslücken als Einstiegspunkt für KI
Das Fraunhofer IML beschreibt die Lage in Handwerksbetrieben konkret: Bürotätigkeiten und Dokumentationsprozesse beruhen auf denselben Daten, greifen aber oft unzureichend ineinander. Von der Erfassung von Kunden- und Auftragsdaten über die Angebotserstellung bis zur Rechnungsstellung und Steuerberatervorbereitung entstehen durch analoge Vorgänge und nicht integrierte Softwarelösungen Doppelarbeit und Zeitverluste. Laut Fraunhofer IML kann eine digitale Auftragsabwicklung diese Prozesse sowie Nachweis- und Dokumentationspflichten erheblich vereinfachen.
Hinzu kommt der Kommunikationsdruck durch veränderte Kundenerwartungen: Jüngere Kundinnen und Kunden bevorzugen zunehmend Messenger-Kommunikation und erwarten Echtzeit-Informationen zum Auftragsstatus. Auch die Koordination zwischen verschiedenen Gewerken auf Baustellen leidet dem Fraunhofer IML zufolge an unzureichendem Informationsaustausch, was zu Verzögerungen führt.
Vier praktische Implikationen für Entscheider im Handwerk
1. Prozessdigitalisierung als Voraussetzung für KI-Einsatz Vor dem Einsatz von KI-Werkzeugen müssen Handwerksbetriebe zunächst ihre Kernprozesse digitalisieren. Wer Auftragsabwicklung, Dokumentation und Kommunikation noch analog betreibt, kann KI-gestützte Automatisierung nicht sinnvoll einsetzen. Die Standardisierung von Datenprozessen ist der notwendige erste Schritt. Weiterführende Hinweise zur KI-Integration in Handwerksbetrieben finden sich unter KI-Integration in Handwerksbetrieben.
2. Ausbildungspartnerschaften mit Forschungseinrichtungen nutzen Die neuen EU-Akademien für digitale Kompetenzen richten sich explizit an die Aus- und Weiterbildung in Schlüsselbereichen wie KI. Handwerksbetriebe und ihre Verbände sollten prüfen, inwieweit sie über Berufsschulen, Kammern oder Forschungspartnerschaften Zugang zu diesen Programmen erhalten können. Bestehende Transferprojekte von Fraunhofer und anderen Einrichtungen bieten dafür eine Basis. Mehr dazu im Artikel Fraunhofer KI-Transfer für KMU.
3. Fachkräftemangel durch Upskilling des vorhandenen Personals abfedern Da externe KI-Fachkräfte für kleine Handwerksbetriebe kaum rekrutierbar sind, bleibt die gezielte Weiterbildung des vorhandenen Personals der realistischste Hebel. Berufsbegleitende Qualifizierungsangebote, wie sie auch im Rahmen der EU-Initiative “Union der Kompetenzen” gefördert werden, können Mitarbeitende befähigen, digitale Werkzeuge eigenständig zu bedienen. Einen Überblick über aktuelle Ansätze bietet KI-Fachkräftemangel im Mittelstand: Recruiting und Weiterbildung.
4. Automatisierungspotenziale bei repetitiven Verwaltungsaufgaben zuerst erschließen Die vom Fraunhofer IML beschriebenen Doppelarbeiten bei Angebots- und Rechnungserstellung sowie Dokumentationspflichten sind klassische Anwendungsfälle für einfache KI-gestützte Automatisierung. Diese erfordert keine hochspezialisierte KI-Expertise, sondern vor allem klare Datenprozesse und geeignete Softwarelösungen. Der Artikel KI-Prozessautomation im Mittelstand vertieft diesen Ansatz.
Einordnung
Die EU-Initiativen zur Kompetenzförderung setzen auf mittelfristige Strukturwirkung. Für Handwerksbetriebe, die heute unter Fachkräftemangel und Digitalisierungsrückstand leiden, überbrücken diese Programme kurzfristig noch keine Lücken. Die Herausforderung besteht darin, vorhandene Förder- und Weiterbildungsangebote aktiv zu nutzen und gleichzeitig die eigene digitale Infrastruktur als Fundament für spätere KI-Anwendungen zu legen.
Quellen
- Neue Akademien für digitale Kompetenzen zur Unterstützung der technologischen Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Vorsorge der EU – Europäische Kommission
- EU-Tage für digitale Talente 2026: Menschen und Kompetenzen im Mittelpunkt des digitalen Wandels in Europa – Europäische Kommission
- Digitalisierung im Handwerk: Chancen und Vorteile – Fraunhofer IML
Häufige Fragen
Warum fehlen im Handwerk besonders häufig Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen?
Im Handwerk greifen die einzelnen Arbeitsschritte eines Auftrags oft nur unzureichend ineinander. Bürotätigkeiten, Dokumentation, Angebotserstellung und Rechnungsstellung basieren zwar auf denselben Daten, werden aber häufig noch analog oder über verschiedene, nicht verknüpfte Softwarelösungen abgewickelt. Das führt zu Doppelarbeit und Zeitverzögerungen. Fachkräfte, die solche Prozesse digital zusammenführen können, sind rar, da entsprechende Ausbildungsangebote bislang wenig koordiniert sind.
Welche konkreten Vorteile bringt Digitalisierung für Handwerksbetriebe im Tagesgeschäft?
Laut Fraunhofer IML ermöglicht eine digitale Auftragsabwicklung, sämtliche Nachweis- und Dokumentationspflichten erheblich zu vereinfachen. Zusätzlich verbessert der digitale Informationsaustausch die Abstimmung zwischen verschiedenen Gewerken auf Baustellen und vermeidet unnötige Wege sowie Zeitverluste. Auch die Kundenkommunikation profitiert: Viele Auftraggeber, insbesondere jüngere, bevorzugen heute Messenger-Dienste und erwarten jederzeit Auskunft über den Stand ihrer Aufträge.
Was unternimmt die EU, um den Fachkräftemangel bei KI und anderen digitalen Technologien zu bekämpfen?
Die Europäische Kommission hat drei neue Akademien für digitale Kompetenzen eingerichtet, die auf den kritischen Fachkräftemangel in wichtigen digitalen Bereichen abzielen. Neben der bereits bestehenden Akademie für Cybersicherheitskompetenzen entstehen damit Akademien für Quantentechnologien, künstliche Intelligenz und virtuelle Welten. Sie sollen Qualifikationslücken identifizieren, hochmoderne Bildungs- und Ausbildungsprogramme entwickeln sowie starke Ökosysteme zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen aufbauen.
Welche Rolle spielen Ausbildungspartnerschaften auf europäischer Ebene für die digitale Qualifizierung?
Die EU-Tage für digitale Talente 2026, die am 15. und 16. Oktober an der Trinity Business School in Dublin stattfanden, brachten politische Entscheidungsträger, Branchenführer, Lehrkräfte und Fachleute zusammen. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen und praktische Ansätze zu erörtern, wie Europa digitale Talente entwickeln, anziehen und halten kann. Die Veranstaltung wurde von LEADSx2030 und Connecting Women in Digital in Partnerschaft mit der Europäischen Kommission organisiert und fand parallel zum Europäischen Monat der KI-Innovation statt.
Wie können digitale Kompetenzen dem Handwerk helfen, im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen?
Handwerksbetriebe, die digitale Prozesse einsetzen, können sich als attraktivere Arbeitgeber positionieren. Fraunhofer IML verweist darauf, dass Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil im Fachkräftemarkt darstellt, da moderne Arbeitsumgebungen für qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber attraktiver sind. Parallel dazu schafft die EU mit ihren neuen Kompetenzakademien eine koordiniertere Grundlage für Aus- und Weiterbildung, von der mittel- bis langfristig auch kleinere Betriebe im Handwerk profitieren können.
Dieser Artikel wurde von einem KI-System automatisiert erstellt. Kennzeichnung gemäß Art. 50 der EU-KI-Verordnung.




