Laut einer Befragung von 900 europäischen Startups durch ScaleUp Global im Auftrag von Google for Startups setzen deutsche Jungunternehmen Schlüsseltechnologien wie Natural Language Processing oder Robotik seltener ein als die europäische Konkurrenz. Dieser KI-Rückstand verschlechtert die Ausgangslage deutscher Startups in VC-Prozessen erheblich. Wer technologisch hinter europäischen Wettbewerbern liegt, überzeugt Investoren seltener in der Due-Diligence-Phase. Hinzu kommt, dass seriöse VCs die Prüfpflicht verschärft haben: Experten empfehlen Gründern, ihrerseits Investoren systematisch zu prüfen, da falsche Zusagen oder plötzliche Rückzüge nach Term Sheet Unternehmen in existenzielle Krisen treiben können.
KI-Startup-Finanzierung 2025: Warum Due Diligence in beide Richtungen läuft
Deutsche KI-Startups liegen laut einer im Auftrag von Google for Startups durchgeführten Studie von ScaleUp Global in zentralen KI-Bereichen hinter der europäischen Konkurrenz zurück. Die Befragung von 900 Startups in Europa ergab, dass deutsche Jungunternehmen Schlüsseltechnologien wie Natural Language Processing oder Robotik seltener adaptieren oder entwickeln als Startups in anderen europäischen Ländern. Dieser Rückstand trifft auf ein Finanzierungsumfeld, in dem der Zugang zu Venture Capital schwieriger geworden ist und Kommunikation mit Fonds damit zur kritischen Erfolgsvariable wird.
Was das für Gründer und Investoren konkret bedeutet
1. Finanzierungsbedarf klar definieren, bevor der erste Anruf stattfindet
Murad Salikhov, Mitgründer von Schwarzwald Capital, empfiehlt in einem Beitrag für Crunchbase, den tatsächlichen Kapitalbedarf vor dem Investor-Gespräch präzise zu klären. Dazu gehört eine Aufgliederung der Finanzierungsreisen in Series A, B, C und darüber hinaus, jeweils mit konkreten, erreichbaren Zielen. Dieser strukturierte Ansatz ermöglicht es, künftige Finanzierungsbedarfe vorherzusehen und Verhandlungen mit Investoren frühzeitig zu beginnen, anstatt unter Zeitdruck zu agieren. Für KI-Startups, die in einem ohnehin wettbewerbsintensiven Umfeld bestehen müssen, ist Planungssicherheit kein Komfort, sondern Voraussetzung.
2. Investoren selbst einer Prüfung unterziehen
Due Diligence ist keine Einbahnstraße. TechCrunch hat dokumentiert, wie Investoren Gründerteams durch aufwendige Pitch-, Due-Diligence- und Verhandlungsprozesse führen, um dann noch nach Unterzeichnung eines Term Sheets abzuspringen. Solche Vorfälle, die laut dem Bericht teilweise Monate dauern, können Unternehmen in existenzielle Schwierigkeiten bringen. Empfohlen wird ein Ansatz, der an das regulatorische Prinzip “Know Your Customer” angelehnt ist: Gründer sollten verstehen, wer investiert, aus welchen Motiven und mit welcher Erfolgsbilanz bei vergleichbaren Portfoliounternehmen. Referenzen von anderen Gründern, die mit dem jeweiligen Investor zusammengearbeitet haben, sind dabei besonders aussagekräftig. Wer in europäische KI-Startups und ihre Finanzierungspfade schaut, erkennt, dass Syndikate mit bekannten Lead-Investoren hier strukturelle Vorteile bieten.
3. Den Gesamtwert eines Investors über das Kapital hinaus bewerten
Salikhov betont, dass der Wert eines VC-Investors nicht allein am bereitgestellten Kapital gemessen werden sollte. Netzwerke, operative Unterstützung und Branchenexpertise können für Startups in frühen Phasen ebenso entscheidend sein wie die Bewertung. Für deutsche KI-Startups, die laut der ScaleUp-Global-Studie strukturelle Nachteile bei der KI-Adoption gegenüber europäischen Wettbewerbern aufweisen, kann ein erfahrener Investor mit relevantem Netzwerk den Unterschied bei der Markterschließung ausmachen. Wer sich über die Series-A-Finanzierungslandschaft in Europa informiert, erkennt, wie unterschiedlich die Investitionsthesen und Begleitleistungen der Fonds aufgestellt sind.
4. Realistische Wachstumsziele als Schutzfaktor
Überzogene Wachstumsprojektionen sind ein häufiger Grund für Spannungen zwischen Gründern und Investoren, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Salikhov empfiehlt, Ziele zu setzen, die die tatsächlich erwartete Wachstumsrate klar widerspiegeln, ohne sie aufzublähen. Das schützt vor Nachverhandlungen, die bei verfehlen von Meilensteinen entstehen, und erhöht die Glaubwürdigkeit im gesamten Finanzierungsprozess. Gerade im Kontext von deutschen KI-Startups, die 2025 ihre Marktpositionierung ausbauen, ist eine nüchterne Projektion oft überzeugender als hochgesteckte, schlecht belegbare Zahlen.
Quellen
- Is Your Startup Ready To Work With A VC? Key Points To Consider, From Pitch To Due Diligence – Crunchbase, Murad Salikhov
- Startups need to do due diligence, too – TechCrunch
- Deutsche Startups mit Rückstand bei KI-Entwicklung – Google Blog, Mayra Frank (Google for Startups DACH)
Häufige Fragen
Warum wird es für KI-Startups schwieriger, Finanzierungen von Venture-Capital-Gebern zu erhalten?
Der Zugang zu VC-Kapital ist in den vergangenen Jahren generell anspruchsvoller geworden. Investoren prüfen Geschäftsmodelle, Wachstumsprognosen und Finanzierungspläne deutlich strenger als noch vor einigen Jahren. Für Startups bedeutet das: Die Kommunikation mit Fonds ist zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden, der über das Scheitern oder Gelingen einer Finanzierungsrunde mitentscheidet.
Welche Vorbereitungen sollte ein KI-Startup vor dem ersten VC-Gespräch treffen?
Vor der Investorensuche sollten Gründerinnen und Gründer zunächst klären, ob eine Finanzierung zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich notwendig ist. Falls ja, empfiehlt es sich, den Kapitalbedarf konkret zu definieren und die Startup-Entwicklung in Finanzierungsphasen (Series A, B, C und folgende) mit klar messbaren Zielen zu unterteigen. Diese Ziele sollten das erwartete Wachstumstempo realistisch abbilden. So lässt sich besser vorhersagen, wann welches Kapital benötigt wird, was Verhandlungen mit Investoren erleichtert und finanzielle Engpässe vermeidet.
Warum sollten auch Startups eine eigene Due Diligence gegenüber Investoren durchführen?
Nicht alle Investoren halten ihre Zusagen ein. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Kapitalgeber nach mündlichen oder schriftlichen Zusagen abtauchen, Prozesse absichtlich in die Länge ziehen oder nach monatelangen Verhandlungen und selbst nach Unterzeichnung eines Term Sheets ohne Begründung abspringen. Solche Situationen können Startups in existenzielle Schwierigkeiten bringen. Gründerinnen und Gründer sollten daher im Vorfeld prüfen, wer die Investoren sind, wie sie ihr Kapital verdient haben und welche Referenzen andere Portfoliounternehmen geben.
Wie gut sind deutsche KI-Startups im europäischen Vergleich aufgestellt?
Laut einer repräsentativen Befragung von 900 europäischen Startups, die ScaleUp Global im Auftrag von Google for Startups durchgeführt hat, liegen deutsche Jungunternehmen bei der KI-Entwicklung in mehreren Bereichen hinter der europäischen Konkurrenz zurück. Konkret adaptieren oder entwickeln deutsche Startups Schlüsseltechnologien wie Natural Language Processing oder Robotik seltener als Startups in anderen europäischen Ländern. Diese Ergebnisse wurden beim Startup-Gipfel in Berlin vorgestellt.
Welche konkreten Risiken entstehen, wenn Startups bei der Investorenprüfung nachlässig sind?
Wenn Startups Investoren nicht sorgfältig prüfen, riskieren sie, in langwierige Pitch-, Due-Diligence- und Verhandlungsprozesse hineingezogen zu werden, die letztlich ohne Ergebnis enden. Solche Prozesse binden erhebliche Ressourcen und Zeit, die an anderer Stelle fehlen. Im schlimmsten Fall können Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten, wenn sie auf zugesagtes Kapital vertrauen, das nie eintrifft. Ähnlich wie Finanzinstitute das Prinzip ‘Know Your Customer’ anwenden, brauchen Startups ein systematisches ‘Know Your Investor’-Vorgehen.
Dieser Artikel wurde von einem KI-System automatisiert erstellt. Kennzeichnung gemäß Art. 50 der EU-KI-Verordnung.




